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Sodbrennen: Welche Medikamente helfen

Gelangt Magensäure in die Speiseröhre, wird es unangenehm. Spezielle Arzneimittel können die Beschwerden lindern. Was Sie bei der Einnahme beachten sollten
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 02.06.2017

Es brennt hinter dem Brustbein, Sie fühlen sich unwohl, müssen sauer aufstoßen – Sodbrennen ist einfach unangenehm. Auslöser ist Magensäure, die zurück in die Speiseröhre gelangt. Verschiedene Faktoren können diesen Vorgang begünstigen, zum Beispiel ein opulentes Essen, Kaffee, Weißwein oder Stress.

Spezielle Medikamente können das Brennen lindern. Apotheker sprechen dabei zum Beispiel von Antazida oder Protonenpumpenhemmern. Beide Arzneistoffgruppen zielen auf die Magensäure ab. "Antazida sind Salze, welche die Magensäure binden und so einen puffernden Effekt haben", erklärt Sophie Kelm, Apothekerin in Ellerau.

Unsere Expertin: Apothekerin Sophie Kelm

W&B/Martin Ley

Was ist bei der Einnahme von Antazida zu beachten?

Die Mittel wirken rasch – bereits nach ungefähr 15 bis 30 Minuten. Sie eignen sich daher zur Einnahme bei Bedarf. Am besten wenden Sie Antazida zirka ein bis zwei Stunden nach einer Mahlzeit an – beachten Sie aber auch die Angaben auf dem Beipackzettel. Auch vor dem Schlafengehen können Sie sie einnehmen. Die Medikamente gibt es zum Kauen oder in Beutelchen. Kautabletten nicht schlucken, sondern gründlich zerkauen.

Beutelchen nach Packungsanweisung einnehmen. Meistens müssen sie vor Gebrauch gut durchgeknetet werden. Wichtig bei aluminiumhaltigen Antazida: "Direkt danach keine säurehaltigen Getränke, zum Beispiel Orangensaft trinken, da dies sonst die Aufnahme von Aluminium in den Körper begünstigt", rät Apothekerin Kelm. Achten Sie auch darauf, Antazida nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln anzuwenden, da sich daraus Wechselwirkungen ergeben können. "Halten Sie einen Abstand von zwei bis drei Stunden zwischen der Einnahme ein", so Kelm. Sonst gelten Antazida als gut verträglich.

Wie wendet man Säureblocker richtig an?

Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol haben ihren eigenartigen Namen von ihrer Wirkweise. Sie hemmen ein Enzym in der Magenwand, die Protonenpumpe, die an der Bildung von Magensäure beteiligt ist. Damit unterdrücken die Mittel die Ausschüttung von Magensäure. Arzneistoffe wie Omeprazol lindern nicht sofort die Beschwerden, da erst im Körper die aktive Form des Wirkstoffes entsteht. Dafür hält der Effekt für zwei bis drei Tage an. "Damit die Arznei richtig helfen kann, sollten Sie sie eine halbe bis eine Stunde vor dem Essen, vorzugsweise vorm Frühstück einnehmen", sagt die Apothekerin.

Protonenpumpenhemmer eignen sich also eher für Menschen, die öfter mit Sodbrennen zu kämpfen haben. Von einer längeren Anwendung auf eigene Faust rät Kelm jedoch ab: "Wer öfters sauer aufstoßen muss, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen." Der kann die Ursache der Beschwerden abklären. Außerdem können die Mittel zu Nebenwirkungen führen. Bei dauerhaftem Gebrauch können sie beispielsweise die Aufnahme von Vitamin B12 und Kalzium in den Körper beeinflussen. Wer die Präparate von einem Arzt verschrieben bekommen hat, sollte sich zu solchen Nebeneffekten vorher beraten lassen. Außerdem sollten Sie die Mittel nicht abprupt abesetzen, sondern peu a peu.

Sodbrennen vorbeugen

Ratsamer als Sodbrennen zu bekämpfen ist, es zu vermeiden. Steckt keine Krankheit oder ein anderer Grund dahinter, spielt oft der Lebensstil eine Rolle. Vermeiden Sie sogenannte Säurelocker wie Kaffee, Alkohol und Fruchtsäfte. Rauchen Sie nicht. Essen Sie nicht zu fettreich, wählen Sie kleine Portionen und essen nicht zu spät am Abend. Verzichten Sie auf scharfe Gewürze. Haben Sie beruflich oder privat viel Stress und leiden an Sodbrennen, dann versuchen Sie, aktiv zu entspannen. So können Sie Sodbrennen vielfach entgegenwirken.



Bildnachweis: W&B/Martin Ley

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